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Gebäudeluftdichtheit

Die Vorteile einer gut verarbeiteten luftdichten Gebäudehülle und damit die einer qualitativen Überprüfung durch einen BlowerDoor Test sind ebenso mannigfaltig, wie die Nachteile, die aus einer mangelhaften Verarbeitung der Gebäudehülle entstehen können.

Daher ist eine klare Konzeption der luftdichten Ebene und eine frühe Einplanung einer Luftdichtigkeitsmessung von großem Vorteil für alle Bau-Beteiligten, unabhängig ob Bauherr, Architekt, ausführender Handwerker oder Bauträger.

Die Vorteile einer gewissenhaft verarbeiteten und überprüften luftdichten Gebäudehülle

  • Vermeidung von Bauschäden wie Feuchteschäden und Schimmelpilzbildung
  • Reduzierung des Heizenergieverbrauchs durch weniger Lüftungsverluste und Erhaltung der Wirksamkeit von Dämmmaterialien
  • optimierte Betriebsbedingungen für Lüftungsanlagen
  • mehr Wohnbehaglichkeit durch Vermeidung von Zugerscheinungen
  • verbesserter Schallschutz
  • Verbesserung der Luft- und Wohnqualität für Allergiker
  • sommerlicher Wärmeschutz
  • EnEV honoriert dichtheitsgeprüfte Gebäude
  • Vermeidung von teurem Rückbau durch Mängel von Ausführungen und Planungen
  • Qualitätsnachweis gegenüber dem Kunden/Investor
  • Verkaufsargument durch Qualitätsnachweis
  • Rechtssicherheit

Häufige Leckagen

Typische Undichtheiten, die sich aufgrund von Planungs- oder Verarbeitungsmängeln zeigen, lassen sich prinzipiell in vier Bereichen darstellen:

Leckagen Planungsprinzip luftdichte Gebäudehülle

Die luftdichte Gebäudehülle umfasst das gesamte beheizte Luftvolumen eines Gebäudes; sie liegt in der Regel auf seiner Innenseite und läuft somit durch alle die Gebäudehülle bildenden Bauteile, Elemente, Durchdringungen und – ganz besonders wichtig – deren Anschlüsse.

Es ist also konzeptionell möglich, mit einem Stift eine geschlossene Linie entlang der Putzebene, deren Durchdringungen wie Steckdosen und Lüftungsöffnungen, Fenster und deren Anschlüsse, Decken und deren Ansatzpunkte, Ringbalken, Folien und – besonders wichtig – deren Ansätze und deren Durchdringungen wie Dachflächenfenster, Gaubenfenster Kaminfortluft und anderweitige Entlüftungsrohre und Kabel, und wieder zurück bis zur Bodenplatte und den Hausanschlussdurchleitungen zu führen.

Diese Linie muss geschlossen sein. Die Verarbeitung muss dauerhaft und gewissenhaft sein. Teilweise Überlappungen oder Unterbrechungen dieser Linie führen leider oft zu negativen bis bestenfalls unbefriedigenden Ergebnissen.

Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie geeignete Materialien beschreibt die DIN 4108 Teil 7



n50 Anforderungen an die Gebäudeluftdichtheit
Bei einer Messung der Luftdichtheit nach DIN EN 13829, der BlowerDoor Messung, wird durch Erzeugung einer steten Luftdruckdifferenz zwischen innen und außen von 50 Pascal der Luftvolumenstrom, also die Menge der Luft, die durch die Gebäudehülle strömt, festgehalten und auf das beheizte Raumluftvolumen des Gebäudes bezogen. Der so definierte n50 Wert beschreibt die Undichtheit des Gebäudes und ist an Anforderungen gebunden.

n50 ≤ 3,0 1/h Mindestanforderung laut EnEV
n50 ≤ 1,5 1/h Gebäude mit Lüftungsanlagen
n50 ≤ 1,0 1/h vom Baufach empfohlener generell anzustrebender Wert
n50 ≤ 0,6 1/h Passivhausstandard



Normen und Verordnungen

DIN EN 13829
Norm DIN EN 13829 Februar 2001. Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden - Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden – Differenzdruckverfahren

Diese Norm dient der Luftdurchlässigkeitsmessung der Hülle von Gebäuden oder Gebäudeteilen vor Ort. Sie beschreibt die Anwendung von Über- und Unterdruck in Gebäuden oder Gebäudeteilen sowie die Messung der resultierenden Luftvolumenströme in Abhängigkeit von verschiedenen statischen Druckdifferenzen zwischen innen und außen.
Sie behandelt nicht die Bestimmungen der Luftdurchlässigkeit einzelner Bauteile.

Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV 2009)
Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden.

Die EnEV fordert unter anderem, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche, einschließlich der Fugen, dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist. Sie enthält Anforderungen an die Dichtheit von Gebäuden und verweist auf die DIN EN 13829, die die Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden regelt.
Die EnEV bestimmt die Anforderungen an die Dichtheit von außen liegenden Fenstern, Fenstertüren und Dachflächenfenstern.

DIN 4108 Teil 7
Norm DIN 4108 Teil 7, August 2001: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden. Luftdichtheit von Gebäuden, Anforderungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie –beispiele.

Die Norm enthält Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie Ausführungsbeispiele, einschließlich geeigneter Materialien zur Einhaltung von Anforderungen an die Luftdichtheit von beheizten oder klimatisierten Gebäuden und Gebäudeteilen. Die Ausführungsbeispiele behandeln keine funktionsbedingten Fugen und Öffnungen in der wärmetauschenden Hüllfläche, z. B. Gurtdurchführungen bei Rollladenkästen sowie Briefkästen. Diese Fugen und Öffnungen müssen entsprechend der allgemein anerkannten Regeln der Technik luftdicht ausgebildet werden.