Schoor Blowerdoor Titelbild
Messverfahren und Messzeitpunk

Abnahmemessung im Sinne der EnEV. Die Messung wird nach Baufertigstellung im so genannten Nutzungszustand des Gebäudes durchgeführt. Somit müssen grundsätzlich alle Elemente und Details der luftdichten Gebäudehülle ausgeführt sein. Dies ist die relevante Messung um eventuelle Nachweise zu führen. Hier dürfen keine provisorischen Abdichtungen, die den Messwert beeinflussen könnten. durchgeführt werden.

Vorgezogene Messung zur Qualitätssicherung. Hier wird die Messung vor Installation aller Innenverkleidungen und Abkastungen, aber nach Verarbeitung der luftdichten Folien und Bauteilanschlüsse durchgeführt. Dabei wird eine Leckageortung durchgeführt, bei der anwesende Handwerker im gleichen Zuge mögliche Mängel sofort nachbessern können. Es wird ein entsprechendes Leckageprotokoll zur Sicherung von Mängeln erstellt. Bei der Leckageortung wird ein Unterdruck erzeugt, um mit Hilfe eines Thermoanemometers, einer Thermografiekamera, eines Nebelgerätes oder durch einfaches ertasten mit der Hand etwaige Leckagen aufzuspüren.

Empfehlenswert ist eine Leckageortung aber oft auch im Rahmen einer Abnahmemessung.

Bitte beachten Sie die beigefügte Checkliste zu den Messvoraussetzungen und setzen Sie sich bei Abweichungen vor dem angesetzten Messtermin mit mir in Verbindung.

Checkliste Gebäudezustand

Checkliste Messbedingungen



Messablauf

Nach einer kurzen augenscheinlichen Überprüfung des Gebäudezustandes wird die Messeinrichtung, die Blower Door, in eine Außentür oder ein Fenster montiert, messrelevante Daten werden überprüft oder ermittelt. Das Gebäude wird präpariert, in dem je nach Messverfahren oder Fragestellung alle Öffnungen, die mit der Außenluft kommunizieren, provisorisch mit Stopfen oder Klebeband verschlossen. Alle Fenster und Außentüren werden ebenfalls verschlossen. Ab diesem Zeitpunkt kann das Gebäude weder verlassen noch betreten werden. In einem ersten Schritt nach der Gebäudepräparation wird durch die Messeinrichtung ein steter Unterdruck von 50 Pascal erzeugt. Jetzt ist eine Abschätzung des n50 Wertes und die Durchführung einer Leckageortung möglich. In nächsten Schritt werden zwei automatisierte Messreihen mit verschiedenen Über- und Unterdrücken durchgeführt, auf deren Basis der n50 Wert ermittelt wird.
Da bei diesem Vorgang starke Kräfte auf das Gebäude einwirken, ist eine vorherige Sicherung der Folienebene mit Latten unumgänglich.
Die Ausarbeitung der Ergebnisse wird im Büro durchgeführt.


Nötige Unterlagen:

  • ein Satz Hauspläne (Grundriss, Ansicht, Schnitt) in 1:100
  • nachvollziehbare Berechnung der Netto-Grundfläche (NGF) innerhalb der zu messenden Gebäudeteile mit raumweiser Auflistung (Din277-1 inkl. Treppenräume, Aufzugsschächte, Bereiche mit lichter Höhe unter 1,5 m und Installationsschächte mit mehr als m² lichtem Querschnitt)
  • nachvollziehbare Berechnung des Netto-Rauminhaltes (NRI) innerhalb der zu messenden Gebäudeteile ermittelt durch NGF multipliziert mit der mittleren Raumhöhe mit raumweiser Auflistung (Treppen- und Leeräume werden auf die nächste Geschossebene projiziert und entsprechend aufgelistet)
  • alternativ kann laut EnEV, bezüglich auf EnEV-Anforderungen, das Gebäudevolumen Ve zur Bezugsgrößenermittlung herangezogen werden. Dann muss der ermittelte n50 Wert aber 30% unter den Anforderungen liegen. Liegt er nachher nicht im gewünschten Bereich, kann das zu vermeidbaren Kosten führen
  • Angaben zum Heizsystem, zur etwaigen raumtechnischen Belüftung, Baujahr, Standort


Rahmenbedingungen:

  • die Baustelle muss für den Zeitraum der Messung ruhen
  • alle Innenräume müssen offen und begehbar sein
  • Strom
  • eine Öffnung zwischen 70 cm x 130 cm bis 110 cm x 240 cm
  • ggf. eine Leiter vor Ort
  • raumluftabhängige Wärmerzeuger und Lüftungsanlagen müssen während der Messung still gelegt werden
  • bei stark windigem Wetter kann im Interesse der Messgenauigkeit der Test nicht durchgeführt werden


Gebäudezustand
Grundsätzlich sollen alle Elemente der luftdichten Gebäudehülle und deren Anschlüsse ausgeführt sein.
Bei der Abnahmemessung sollte der Gebäudezustand weitgehend dem später bewohnten Zustand entsprechen.

Bei einer vorgezogenen Messung gilt:

  • Verkleidungen im Dach- und Drempelbereich sowie Abkastungen sollten noch nicht angebracht sein
  • die Folienebene muss frei zugänglich und zwingend mit Latten gesichert sein
  • Handwerker sollte anwesend sein

Keinen Einfluss auf die Messung haben Fassadenelemente wie WDVS, Vormauerschale u.ä.

Bitte beachten Sie die beigefügte Checkliste zu den Messvorrausetzungen und setzen Sie sich bei Abweichungen vor dem angesetzten Messtermin mit mir in Verbindung.